Baden-Württemberg ist einer der führenden ITK-Standorte Europas. Globale Konzerne und innovative Mittelständler tragen gleichermaßen zu dem anhaltenden Erfolg bei

Ungebremstes Wachstum, hohe Produktivität und kurze Innovationszyklen – das sind die Kennzeichen einer Branche, die den Aufschwung im Südwesten ganz entscheidend befeuert. Die Rede ist von der baden-württembergischen IT- und Kommunikationsbranche. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass der ITK-Sektor sich zum treibenden Wirtschaftsmotor im Südwesten entwickelt hat. 

Wachstum, Beschäftigung und Produktivität weit über dem Durchschnitt

So stieg die nominale Wirtschaftsleistung der Branche in den letzten 15 Jahren um jährlich 4,9 Prozent.* Die gesamte Wirtschaft wuchs im selben Zeitraum um 2,1 Prozent. Auch die Zahl der Beschäftigten ist überdurchschnittlich stark gestiegen – um 2,3 Prozent jedes Jahr. Aktuell arbeiten  rund 178.000 Beschäftigte in der baden-württembergischen ITK-Wirtschaft und damit fast ein Fünftel aller in Deutschland tätigen ITK-ler. Sehr zur Freude der rund 14.900 Unternehmen, die hierzulande der ITK-Branche zugerechnet werden, sind die Angestellten in diesem Sektor auch noch besonders leistungsbereit: So stieg die Arbeitsproduktivität von 1995 bis 2010 um 2,6 Prozent. Damit sind die Baden-Württemberger doppelt so produktiv wie der Rest des Landes. 

Globale Konzerne und innovative Mittelständler arbeiten eng zusammen

Ihre hohe Dynamik verdankt die ITK-Branche im Land zwei prägenden Standortfaktoren: dem starken Mittelstand und der Kooperation mit Schlüsselindustrien wie dem Maschinenbau und der Autoindustrie. Auch wenn Global Player wie SAP, IBM, Hewlett Packard und Agilent weltweit für die Leistungsfähigkeit der baden-württembergischen ITK-Wirtschaft stehen, ist doch der Großteil der Unternehmen eher klein und mittelständisch geprägt. Aber gerade die enge Zusammenarbeit von globalen Konzernen mit innovativen Mittelständlern macht das Land zum ITK-Standort Nummer eins. 

Doch der ITK-Sektor setzt nicht nur intern auf Kooperation, sondern ist auch branchenübergreifend ein Innovationsmotor. Viele Neuentwicklungen in den für Baden-Württemberg prägenden Wirtschaftszweigen Maschinenbau und Automobilindustrie sind inzwischen IT-getrieben. Bis zu 80 Computer werden beispielsweise in den Top-Modellen der großen Automobilhersteller verbaut. Und auch der Maschinenbau profitiert von den Systemlösungen der ITK-Wirtschaft.  

Hochschulen im Land sind Drehscheibe für Forschung und Ausbildung des ITK-Nachwuchses


Zugleich verliert Branche ihre eigene Innovationsfähigkeit nicht aus den Augen. 1,7 Milliarden Euro haben die ITK-Firmen aus dem Südwesten zuletzt in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten investiert. Mehr Geld hat nur die Automobilbranche in die Hand genommen. Rückenwind erhalten die Unternehmen im Land von zahlreichen renommierten Forschungseinrichtungen an den Hochschulen – allen voran das KIT in Karlsruhe – und von außeruniversitären Einrichtungen wie den Fraunhofer-Instituten und dem Forschungszentrum Informatik (FZI).

Hier werden auch die Fach- und Führungskräfte von morgen ausgebildet, die die Branche so dringend braucht. 31.700 Studierende sind aktuell in ITK-nahen Fächern wie Informatik oder Elektronik eingeschrieben, 6.000 verlassen jedes Jahr die Hochschulen mit einem ITK-relevanten Abschluss in der Tasche.

Studie "Digitales Baden-Württemberg"

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